Ein Kletterseil ist für den Bergsportler neben Klettergurt das wichtigste Utensil, um diese Sportart betreiben zu können. Die Länge eines Seiles richtet sich immer nach der bevorstehenden zu kletternden Kletterroute. Beim Einfachseil muß man selbstverständlich befolgen, daß man die Höhe doppelt in der Länge nehmen muß, da der Sichernde genauso viel Länge zum Abseilen nutzt. Man sollte, da man auch vielmals „schräge“ Routen geht ein paar Seile mehr Länge berechnen. In den Kletterhallen hängen vielmals Seile, wenn nicht sind die höchsten Kletterrouten 20m hoch. Das heißt, ein 50m-Kletterseil wäre ausreichend. Anders draußen: Die meisten Routen sind nicht länger als 30m. Mit einem Seil von 70m sind demnach alle Eventualitäten abgedeckt. Wer die Route kennt, und sie ist kürzer, sollte möglicherweise auf ein kürzeres und darum auch leichteres Seil zurückgreifen. Insgesamt gilt: Je dicker das Seil, um so reißfester, je schwerer im Gewicht, desto unhandlicher im Sichern. Bei voraussichtlich häufigem Stürzen und Belasten, z.B. in Kletterhallen, sind die dicken 11mm Einfachseile zu empfehlen. Im allgemeinen Gebrauch sind die 10mm und 10,5mm Seile nützlich, sie sind im Verhältnis von optimalen Eigenschaften und Gewicht perfekt abgestimmt. Jeder seriöse Hersteller bringt an jedem Kletterseil ein Etikett mit allen Daten und Testergebnissen an, sowie Empfehlungen für das Einsatzgebiet des Seils. Durch Imprägnierung des Seiles wird verhindert, daß es sich mit Nässe vollsaugt. Ein nasses Kletterseil wird schwerer und ergo auch schwer zu bedienen. Bei starker Kälte kann das vom Kletterseil aufgenommene Wasser einfrieren, das Seil wird dadurch steif und unter Umständen unbrauchbar. Auf imprägnierte Seile sollte man immer zurückgreifen, wenn das Seil also naß werden kann, z.B. bei Gletschertouren, Eisklettern, bei alpinen Touren mit Regengefahr. Testergebnisse zeigten, daß bei Beregnung von Seilen, die nicht oder schlecht imprägniert waren, innerhalb 3 Minuten bis zu 50% ihres Eigengewichts an Wasser übernehmen. Bei sehr guten Imprägnierungen lag der ermittelte Wert unter 10%. Die im Handel üblichen Seile gibt es in verschiedenen Imrägnierungsgraden. Oft steht die Bezeichnung “dry” für die Mantelimprägnierung, bei “Hyperdry” oder “Golden Dry” ist neben dem Mantel auch der Seilkern imprägniert.
Silvio Graupner
Info(at)biwakscharte.de

Einträge (RSS)